Mobilität von morgen

Bildcredit: Dandavid_Creations

Der Verkehr in Schaffhausen ist in Bewegung. Im Rahmen der Entwicklungs­strategie «next.» werden neue Konzepte und Ideen für einen klimafreundlicheren und effizienteren Verkehr in der Region entwickelt.

Selbstfahrende Fahrzeuge, E-Mobilität, autonome Drohnen für den Gütertransport oder Wasserstoffantriebe und intelligente Infrastruktur – so könnte unsere Mobilität schon bald aussehen. Innovative Verkehrssysteme haben in Schaffhausen Tradition: Jahrzehntelang sorgten Eisenbahnwagen und Drehgestelle der SIG für bequeme Zugfahrten. Heute garantieren moderne Leitsysteme aus Neuhausen am Rheinfall den reibungslosen ÖV-Betrieb in London oder Singapur. So ist es nur folgerichtig, dass sich der Kanton im Zuge der Schaffhauser Entwicklungsstrategie «next.» auch als Anwendungsregion für neue Technologien und Dienstleistungen im Bereich der intelligenten Mobilität positioniert.

Alternative zum eigenen Auto

Dies nutzt das Swiss Transit Lab (STL), ein Verein bestehend aus Mitgliedern aus der Privatwirtschaft und dem öffentlichen Sektor. Ziel von STL ist es, innovative Mobilitätslösungen zu realisieren. Seit April 2023 betreibt das STL im Stadtzentrum von Schaffhausen einen selbstfahrenden Bus mit Dual-Mode-Technologie – der erste dieser Art schweizweit. Mit der Dual-Mode-Technologie können Fahrzeuge automatisiert oder manuell betrieben werden.

Die sogenannte STL Linie 13 ist Teil eines Gesamtkonzeptes für den Verkehr der Zukunft. «Wir arbeiten unter anderem an der Entwicklung von On-Demand-Services, die Nutzerinnen und Nutzern, ähnlich dem eigenen Auto, rund um die Uhr zur Verfügung stehen», so Matthias Rödter, Präsident des STL. Mit solchen autonom verkehrenden Bussen sowie Shuttles und Taxi-Diensten sollen Randregionen künftig stärker in das ÖV-Angebot eingebunden werden und so eine ökologisch und wirtschaftlich sinnvolle Alternative zum Individualverkehr entstehen.

Für die Stadt Schaffhausen könnten autonome On-Demand-Services eine gute Lösung sein. Denn der Anteil des motorisierten Individualverkehrs ist verglichen mit anderen Schweizer Städten relativ hoch. Gemäss Gesamtverkehrskonzept 2020 der Stadt Schaffhausen handelt es sich mehrheitlich um kurze Fahrten innerhalb der Stadt oder in den angrenzenden Gemeinden, die nicht unbedingt mit einem Privatfahrzeug gemacht werden müssten.

Damit eignet sich Schaffhausen gut für den Pilotversuch mit der STL Linie 13. Die technischen Möglichkeiten selbstfahrender Fahrzeuge können so im realen Umfeld getestet und gleichzeitig ihre Akzeptanz mit Begleitstudien ermittelt werden. «Beides sind wichtige Faktoren für die Entwicklung zukünftiger Mobilitätskonzepte und Angebote», so Christine Mauelshagen, Vorstandsmitglied des STL.

Verkehrsinfrastruktur verbessern

Im Zuge von «next.» wurden jedoch auch weitere Mobilitätslösungen diskutiert. Thema war beispielsweise auch die Ausgestaltung der Infrastruktur. «Für Industrie und Wirtschaft ist es wichtig, den Verkehrsfluss weiter zu optimieren», sagt Hans-Rudolf Werner, Leiter der Verkehrsgruppe der Industrie- und Wirtschaftsvereinigung Schaffhausen IVS. Die Erweiterung der Stadttangente mit dem zweiten Fäsenstaubtunnel oder der Ausbau der Bahnstrecke Schaffhausen–Basel sollen zum Beispiel die Anbindung an die angrenzenden Arbeits- und Wirtschaftsräume deutlich verbessern. Zudem laufen auch in der Privatwirtschaft verschiedene Pilotprojekte, darunter mit E-Lkw oder synthetischen Treibstoffen, wie Werner zu berichten weiss. Auch hier wird also wie in der gesamten Region an der Mobilität der Zukunft gearbeitet. (idw)

Mitmachen:

Studie zum autonomen Fahren

Die STL Linie 13 verkehrt zurzeit von Montag bis Samstag im Mühlental zwischen Bahnhof Nord und der Stahlgiesserei und steht allen Interessierten kostenlos zur Verfügung. Das Projekt wird begleitet von einer Akzeptanzstudie zum Thema «Autonomes Fahren». Die Bevölkerung von Schaffhausen ist herzlich eingeladen, sich an dieser Studie zu beteiligen. In einem Schwarmdialog können die Teilnehmenden ihre Ideen, Wünsche und Bedenken im Zusammenhang mit autonomen Fahrzeugen teilen, diskutieren und weiterentwickeln.
www.swisstransitlab.ch

Updates zur STL Linie 13

  • Beim Namenswettbewerb für den selbstfahrenden Kleinbus hat sich der Name «Rhyder» durchgesetzt.
  • Sensible4, der finnische Technologiepartner, der die Software für das automatisierte Fahren und die Umrüstung des Dual-Mode-Fahrzeugs ermöglichte, musste im September 2023 Insolvenz anmelden. Laut Swiss Transit Lab hat die Insolvenz keinen direkten Einfluss auf den laufenden Betrieb der «STL Linie 13». «Rhyder» chauffiert weiterhin an sechs Tagen pro Woche Fahrgäste durch das Schaffhauser Mühlental und steht der Bevölkerung kostenlos zur Verfügung. Die technologische Weiterentwicklung der Software ist allerdings derzeit ungewiss.

Medienmitteilung, 5. September 2023

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