Ein Paradies von einer Landschaft, das man fast nicht beschreiben kann. Man muss es selber erleben, vor Ort
Ein Paradies von einer Landschaft, das man fast nicht beschreiben kann. Man muss es selber erleben, vor Ort

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Der Vogel- und Naturschutzverein Turdus Schaffhausen hat die Bohnerzgruben im Hinteren Hämming bei Neunkirch in ein Naturschutzgebiet und Biotop für Gelbbauchunken, Feuersalamander und Springfrösche verwandelt. Unterstützt wurde das 12‘000 Franken teure Projekt von der EKS AG als Hauptsponsor. Die EKS überzeugte der nachhaltige Ansatz des Projekts.
Die Gruben sind Teil der Schaffhauser Industriegeschichte. Sie wurden für die Gewinnung von eisenreichem Tongestein gegraben. Unter der Aufsicht von Robert Steinemann, Ehrenpräsident und Mitbegründer von Turdus, wurden 20 der zugewachsenen Löcher mit dem Bagger wieder ausgehoben und renaturiert. So ist eine wunderschöne Seenlandschaft entstanden, die seltenen Amphibien aber auch Vögeln eine Heimat bietet. Künftig soll das Gebiet unter kantonalen Naturschutz gestellt werden.

Erfahren Sie mehr über das Projekt in diesem Hintergrundartikel der Klettgauer Zeitung:

Ein Paradies für Gelbbauchunken auf dem Südranden

„Turdus“, der Vogel- und Naturschutzverein Schaffhausen hat in den letzten Wochen auf dem Südranden im Neunkircher Wald in der „Schneeschmelzi“, mehrere ehemalige Bohnerzgruben ausbaggern lassen und natürliche Zu-und Abwasserläufe für allerlei Amphibien und andere Tierarten erstellt.

von links: Hansueli Müller, Forstreferent Neunkirch, sein Sohn Ueli Müller, Juliane Huber und Röbi Steinemann
von links: Hansueli Müller, Forstreferent Neunkirch, sein Sohn Ueli Müller, Juliane Huber und Röbi Steinemann

Robert Steinemann, oder Röbi wie ihn alle nennen, ist voll in seinem Element, wenn er von den renaturierten Bohnerzgruben im Südranden erzählt. Robert Steinemann ist Ehrenpräsident und Mitbegründer des Vereins Turdus Schaffhausen, dem Vogel-und Naturschutzverein. Ein Projekt, das Turdus unter der Leitung von Röbi Steinemann dieses Jahr realisiert hat, sind das Ausbaggern von etwa 20 Bohnerzgruben auf dem Südranden im Neunkircher Wald.

EKS AG unterstützt nachhaltige Naturprojekte

Als Hauptsponsor für dieses Vorhaben konnte das Elektrizitätswerk Schaffhausen, EKS AG, gewonnen werden, die den Turdus Verein jedes Jahr mit einem namhaften Betrag unterstützt. Wie Juliane Huber, Kommunikationsverantwortliche bei der EKS AG, betont, hätten sie Turdus ausgewählt, weil sie Projekte realisieren, die nachhaltig und naturverbunden seien. So könne die EKS AG praxisnahen und nachvollziehbaren Naturschutz unterstützen, was mit zur Philosophie der EKS AG passt. Damit die Bohnerzgruben auch in Zukunft gepflegt und erhalten werden, sollen diese Gebiete unter den Kantonalen Naturschutz gestellt werden, damit der Kanton die Zuständigkeit über die Bohnerzgruben erhält. Denn die Zustimmung der Gemeinde für die Renaturierung von Bohnerzlöchern ist das eine, aber die finanzielle Verpflichtung zur Erhaltung dieser Bohnerzlöcher das andere, so Forstreferent Hansueli Müller.

Es ist ein Paradies entstanden für allerlei Amphibien und Vögel

Auf Besichtigungstour gingen Juliane Huber von der EKS AG, der Forstreferent von Neunkirch, Hansueli Müller, und Ueli Müller, der Sohn von Hansueli Müller, der die zugewachsenen Bohnerzgruben mit einem kleinen Raupen-Bagger ausgehoben und renaturiert hat. Robert Steinemann führte die Gruppe durch den Wald in den Südranden bei Neunkirch, um das entstandene Paradies für Gelbbauchunken, Feuersalamander, Springfrösche und andere Amphibien und Vögel zu zeigen und spannende Geschichten dazu zu erzählen. Für rund 12‘000 Franken ist eine Kleinseen-Landschaft aus ehemaligen Bohnerzgruben entstanden, die ihresgleichen sucht. Robert Steinemann kommt denn auch ins Schwärmen, wenn er von den vielen Lebewesen berichtet, die hier ihr neues Zuhause gefunden haben oder noch finden werden. „Schau da, hier hat es einen natürlichen Zufluss, oder seht, wie das Wasser schön in der Grube bleibt“. Es ist tatsächlich eine wunderschöne Landschaft, die sich da dem Besucher im Wald auftut. Eine Landschaft, die man selber erleben muss. Ruhe und Geborgenheit werden durch die Vegetation und die kleinen Bohnerz-Seen ausgestrahlt.

Es hat bis zu 3,5m tiefe Bohnerzgruben

Röbi Steinemann demonstriert an einem unberührten mit Unrat zugedeckten Bohnerzloch, wie tief diese eigentlich sind. Es gibt Bohnerzgruben, die sind 3,5m tief. Über die Jahre sind die Bohnerzgruben mit Laub und anderem Altholz und Dreck zugewachsen. Solche zugewachsenen Bohnerzgruben gibt es noch viele auf dem Südranden. An verschiedenen Stellen sind sie inzwischen renaturiert und Inventarisiert worden. Die renaturierten Bohnerzgruben seien auch Anschauungsunterricht und eine mögliche Pflegeaufgabe für Schulklassen, meinte Röbi Steinemann. Juliane Huber war beeindruckt, von der geleisteten Arbeit. So machte es ihr auch nichts aus, das sie an diesem Tag etwas dreckige Stiefel bekam, da es am Vortag geregnet hatte. Röbi Steinemann führte die Gruppe durch unberührte und feuchte Waldlandschaften, eben ins Paradies der Gelbbauchunken vom Südranden.


Autor/Bilder: Rolf Hauser, Erschienen: 18. November 2014

Röbi Steinemann und Juliane Huber. Sie hält gefundenes Bohnerz in der Hand
Röbi Steinemann und Juliane Huber. Sie hält gefundenes Bohnerz in der Hand
renaturierte Bohnerzgrube
renaturierte Bohnerzgrube

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